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Michi´s Motorradreise nach Asien

von Dennis Klaiber

Long Way Round…naja nicht ganz. Nennen wir’s Long Way to the (far) East…and back!
Die Reise, die Ewan McGregor und Charley Boorman 2004 antraten, bestritt unser Mitglied Michael 2010. Zugegeben, er fuhr nicht in London los und auch nicht ganz einmal um die Welt, aber schließlich hatte er auch keine Sponsoren, kein Kamerateam und kein Versorgungs-Fahrzeug dabei. Nur seine BMW, zwei Begleiter und 11 Wochen Zeit. Von dieser Reise berichtete er im Rahmen eines Bildervortrags für alle Motorradbegeisterten im Foyer der Verenahalle. Um die Bilder und Erzählungen zu unterstreichen hatte Michi eine Karte, in der die Reiseroute, welche er während der Fahrt mit einem GPS-Gerät im Netz gespeichert hatte, aufgezeigt war. Außerdem hatte er einheimische Spezialitäten aus einigen Ländern, die er bereist hatte zum Probieren dabei.


Die Reise begann am 02.05.2010 in Deutschland zusammen mit Michis zwei Mitstreitern Björn (aus der Nähe Willkommensschild Wolgograd (ehm. Stalingrad), Russland.von Frankfurt) und Tom (wohnt bei München) von wo aus es stetig durch Österreich, Ungarn, Rumänien, Moldawien und die Ukraine in Richtung Russland ging. Eine Station dort war Volgograd (ehemals Stalingrad), die geschichtsträchtige Metropole an der Volga.

Dort wurden die drei Biker auch gleich von den russischen „Kullegen“ im Clubheim Gedenkstätte des 2. Weltkrieges in Wolgograd (ehm. Stalingrad), Russland. der „Ferum Volgograd“ für zwei Tage einquartiert. Nicht genug damit, dass die drei bei Vollverpflegung rundum versorgt wurden, die Rocker nahmen sich auch die Zeit, zusammen mit den Deutschen zum Denkmal für die in Stalingrad während des zweiten Weltkrieges gefallenen Soldaten zu gehen.

 

 

Generell seien die Leute in jedem Bereisten Land „Soljanak“, säuerlich-scharfe Suppe, typisch für Osteuropa.sehr hilfsbereit und freundlich gewesen. Die drei Biker waren überall willkommen und wurden oft zu interessanten Gesprächen, zum Essen oder sogar Fernsehinterviews eingeladen. In den zahlreichen Straßenkneipen war die für osteuropa typische säuerlich-scharfe Suppe „Soljanak“ allgegenwärtig.

 

 


Extrem schlechte Straßenverhältnisse, kein Asphalt, Ackerwege.Die Straßenverhältnisse hingegen waren nicht überall ideal. Schlaglöcher, Matsch und Dreck waren das Beste was die Motorradfahrer auf bis zu 150 km Strecke erwarten konnten. Wer sich in Deutschland nicht einmal auf kleine Schwarzwald-Sträßchen traut, weil da ja irgendwo Rollsplitt liegen könnte oder etwas Bitumen oder eine Asphaltkante einen Sturz provozierenExtrem schlechte Straßenverhältnisse, kein Asphalt, Ackerwege. könnte, der würde wahrscheinlich beim Anblick der dortigen Straßen verzweifeln. Laut der Bilder war die „Straße“ oft nur schwer vom Bankett oder der umliegenden Steppe zu unterscheiden. Respekt an die Drei, dass sie sich da durchgekämpft haben!
Andererseits gab es Abschnitte, auf denen Sie auf topmodernen Autobahnen in bestem Zustand fahren konnten. Krasse Gegensätze.

Straßenschild mit Kyrilischen Zeichen.

 

Und scheiterte das Weiterkommen nicht an den Straßenverhältnissen, so war die Orientierung anhand der Straßenschilder die nächste Herausforderung. Kyrilische Zeichen sind eben nicht jedermanns Sache…

 

 


Da auch nicht immer freundlicheCamping in der mongolischen Steppe. Rocker oder gastfreundliche Familien in der Nähe waren, während die Drei immer weiter in den fernen Osten vorstießen, musste eben auch öfter der Komfort der Mongolischen „Campingplätze“ in Anspruch genommen werden. Immerhin störten in der mongolischen Steppe keine holländischen Campingfreunde mit ihren Caravans oder nervige Kinder, die schon früh morgens ums Zelt rannten. Lediglich ein einzelner mongolischer Bikerkollege stattete den Drei einen Besuch ab.


Beim Camping hatten Sie außerdem mit sehr unterschiedlichen Temperaturen zu kämpfen. Von 0°C und Frost bis hin zu +40°C ohne Schatten war alles dabei. Eine Herausforderung für Mensch und Maschine.

Fernsehinterview in Kasachstan.In Kasachstan interessierte sich ein Fernsehteam besonders für die Geschichte um die drei Deutschen, die mit ihren Motorrädern so fernab der Heimat unterwegs waren und interviewten die Biker gleich auf der Straße.

 

 

Nach ca. 14000 gemeinsamen Kilometern trennten sich die Wege der drei Biker am östlichsten Punkt der Fahrt. Tom fuhr von dort aus mit der transsibirischen Eisenbahn zurück nach Moskau, Björn blieb noch in der Gegend und fuhr 4 weitere Monate durch den fernen Osten. Michi machte sich hingegen auf eigene Faust wieder auf den Rückweg nach Mitteleuropa. Diesmal führte ihn der Weg nach Moskau, über den Ural und das Baltikum (Estland. Lettland, Littauen).


Michi hält einen mongolischen Jagdadler.Verkehrskontrolle in Kasachstan.

 

 

 

 

 

 

 

 

Persönliche Erfahrungen hierbei waren für Michi noch, dass er einen mongolischen Jagdadler halten durfte und bei einer Verkehrskontrolle mit einem kasachischen Polizisten über Fußball diskutierte.

Platz in Moskau.Auf dem Heimweg war ein Militär in Moskau.Abstecher in Moskau beim Kreml und den stereotypischen dicken Militärs mi ihren hübschen Blonden „Töchtern“ (?) natürlich Pflicht.

 

 

Leider lief während der Reise nicht immer alles so glatt und reibungslos. Bei der Überquerung des Urals brach bei Michis Motorrad die Kardanwelle. An die Weiterfahrt war zunächst nicht zu denken und das Ersatzteil in Russland auf die Schnelle nicht zu besorgen. War das das vorzeitige Aus der Fahrt? Natürlich nicht! Auf alles vorbereitet bestieg Michi kurzerhand ein Flugzeug, flog zurück nach Deutschland, genauer zu einem BMW-Händler bei Wendlingen, packte das Ersatzteil ein und flog wieder zurück nach Russland. Dort wurde die neue Kardanwelle dann im Hinterhof eines Hotels selbst eingebaut und weiter ging es! Man muss eben nur flexibel sein.

Letztendlich kam Michi am 16.07.2010 wieder wohlbehalten in Hausen an. Vollbepackt mit einer Menge neuer Eindrücke, Bilder und Erinnerungen an sehr freundliche, fremde Menschen und ferne Länder, war es nur logisch, dass er erst einmal Zeit brauchte alles zu ordnen und die Eindrücke für sich selbst zu verarbeiten.
Das wichtigste jedoch war, dass er selbst Gesund und Munter wieder da war.

Würden die Motorradfreunde Hohenkarpfen die in 2010 gefahrenen Kilometer aller Mitglieder zusammenrechnen, so wäre Michi mit Sicherheit immer noch allein weiter gefahren als alle anderen zusammen. Dieses Mal kann man das sogar ausnahmsweise nicht nur auf die anderen etwas „fahrmüden“ Mitglieder schieben.

Bildergalerie zur Reise